Schön, schlank und glücklich – so verkaufte Bayer jahrelang Antibabypillen mit tödlichen Folgen

Schwere bis tödliche Nebenwirkungen können Antibabypillen mit dem Wirkstoff Drospirenon haben. Betroffene Frauen verklagen den Pharmakonzern Bayer auf Schmerzensgeld und Schadensersatz: wie zum Beispiel Felicitas Rohrer.

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Die Antibabypille steht für sexuelle Freiheit. Doch die neueren Präparate sorgen immer wieder wegen ihrer schweren bis tödlichen Nebenwirkungen für Negativschlagzeilen. Der Wirkstoff Drospirenon führt zu Gefäßverengung. Im schlimmsten Fall kommt es dann zu Schlaganfall, Herzinfarkt oder Lungenembolie.

 Betroffene: “Mein Herz hatte eine Null-Linie”

Felicitas Rohrer verlor wegen Einnahme der Kombinationspille “Yasminelle” von Bayer ihr Leben um Haaresbreite. “Es kam dann zu akutem Atem- und Herzstillstand und ich konnte nicht wiederbelebt werden”, sagt die junge Frau in einem Interview mit dem WDR, das auf YouTube gesehen werden kann. “Mein Herz hatte eine Null-Linie und ich war klinisch tot.”

2009 wurde die junge Frau mit einer doppelten Lungenembolie ins Krankenhaus eingeliefert. Dass es an der neuen Antibabypille gelegen haben könnte, kam ihr zunächst nicht in den Sinn. Erst später wurde öffentlich bekannt, dass genau diese Art Antibabypille so schwere Nebenwirkungen verursachen kann. Auf dem Beipackzettel ihrer Antibabypille hatte Rohrer nichts davon gelesen.

Bayer verspricht, schön, schlank und glücklich zu sein

2008 stand Rohrer, damals 24 Jahre alt, kurz vor ihrem Examen zur Tierärztin. Sie sei frisch verliebt gewesen, so der WDR, und habe sich bei ihrer Frauenärztin über Antibabypillen informiert. Die Ärztin habe gleich die Yasminelle auf den Tisch gelegt und gemeint, diese sei neu. Rohrer solle sie einmal probieren. “Eine Alternative dazu gab es gar nicht”, reflektiert die junge Frau im Nachspann.

Jahrelang habe Bayer junge Frauen glauben lassen, durch Pillen wie Yasminelle schön, schlank und glücklich zu werden, heißt es in dem YouTube-Video des WDR weiter. Noch in der Praxis habe Rohrer damals eine Probepackung mit Schminkset, Spiegel und Pinsel bekommen.

Aktueller Prozess gegen den Pharma-Riesen

Im Mai 2011 verklagte Felicitas Rohrer den Pharmakonzern Bayer  auf Schmerzensgeld und Schadensersatz. Seit Dezember 2015 läuft der Prozess gegen den Pharma-Riesen. Rohrer sagt: “Es geht mir darum, dass am Ende dieses Prozesses ein Gerichtsurteil steht, dass also ein deutsches Gericht Bayer verurteilt hat.” Der Prozess soll noch über Monate laufen, meldet der Südkurier.

In den USA hat Bayer bereits 2 Milliarden Dollar Schmerzensgeld an Opfer seiner Antibabypillen bezahlt: außergerichtlich und ohne Schuldeingeständnis. In Deutschland spricht der Konzern nur von bedauerlichen Einzelfällen.

Die 31jährige Felicitas Rohrer kann sehr wahrscheinlich nie Kinder bekommen. Außerdem ist sie auf die Hilfe von Blutverdünnern angewiesen. Sie hat eine Selbsthilfegruppe gegründet, um gemeinsam mit anderen Frauen dafür zu sorgen, dass diese schädlichen Pillen vom Markt verschwinden.

Drospirenon-Studien bestätigen das hohe Risiko

Mittlerweile bestätigen einige neuere Drospirenon-Studien das hohe Risiko, das von Antibabypillen mit dem Wirkstoff ausgeht. Im Vergleich zu Pillen der 1. und 2. Generation ist das Thromboserisiko doppelt so hoch. In den vergangenen 15 Jahren sind dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) etwa 480 Verdachtsfälle von Frauen mit venösen Thromboembolien gemeldet worden, die Medikamente mit dem Wirkstoff Drospirenon einnahmen. 16 Fälle endeten tödlich. (kf)

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Gruß an die Richter
TA KI
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Veröffentlicht am 27. Februar 2016, in Allgemein, Antibabypillen, Drospirenon, Thromboserisiko. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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